Regina Therese Albers 1884

Pfarrer Heinrich Kaiser (1844-1928)

Andenken an die erste heilige Kommunion

St. Josephs-Institut Dingelstädt / Eichsfeld

Schuljahre und Berufswahl

Gute Pfarrer (z.B. Kaspar Hesse) und Pädagogen (Lehrer Schulte) begleiten Therese mit (täglichem) Religions- und Sakramentenunterricht (Lehrer Heinemann). Einer wird sogar Redemptoristenpater (Lehrer Ruhrmann) und bleibt weiter mit Therese in Kontakt. Schon in den letzten Klassen betreute Therese einzelne Gruppen der einklassigen Volksschule.


Am 03. Januar 1886 kommt der frühere Lehrer und Seelsorger Heinrich Kaiser (1844 - 1928) als Pfarrer nach Kirchrarbach, den sie auch in späteren Zeiten schätzen lernt.


Fast vierzehnjährig, am Weißen Sonntag, dem 02. Mai 1886, geht sie dort zum ersten Mal zur Heiligen Kommunion. Erst 1910 empfiehlt Papst Pius X. (1903-1914) das Erstkommunionalter frühestens nach dem vollendeten siebten Lebensjahr.


Nach der Schulzeit bereiten zwei ältere verwandte Lehrerinnen aus Ramsbeck Therese auf die Ausbildung zur Lehrerin in Dingelstädt (Bischöfliches Kommissariat Heiligenstadt, Eichsfeld) vor.

Zeitgeschichte:

Das Bischöfliche Kommissariat Heiligenstadt im Eichsfeld gehörte nach der Wiederbesetzung des Paderborner Bischofsstuhls 1826 zum festen Paderborner Bistumsgebiet und war das bedeutendste der drei Paderborner Kommissariate Heiligenstadt, Erfurt und Magdeburg.

Nachdem Wilhelm II. 1888 Deutscher Kaiser geworden war, entlässt er 1890 Bismarck. Bis 1894 ist Graf Leo von Caprivi Reichskanzler. 1891 veröffentlicht Papst Leo XIII. die Sozialenzyklika "Rerum Novarum" zum Verhältnis von Mensch und Wirtschaft, von Arbeit und Eigentum. Auch in Deutschland wird die Sozialpolitik gefördert. 15.06.1883 ergeht das erste Gesetz zur Krankenversicherung; 1884/87 wird die Unfallversicherung eingeführt; am 22.06.1889 folgt die Invalidenversicherung.

Dorothea Fromm

Kapelle des St. Josph-Institutes

Firmbuch

Zeugnis v. 24.02.1891

Therese Albers in der Zeit

Im April 1887 beginnt  Theresia Albers ihre Ausbildung im St. Josephs - Institut in Dingelstädt. Die Gründerin des Institutes Dorothea Fromm, Erzieherin, Katechetin und Lehrerin leitet das Institut von 1872 – 1887 und engagiert sich darüber hinaus für ein Waisenhaus.


Eine strenge Ordnung von 5.30 Uhr morgens mit täglicher Eucharistiefeier und Unterricht bis zum Mittagessen um 12 Uhr und von 14 - 17 Uhr wechselte mit Ausflügen und Festen.


Am 16. August 1890 wird Therese 18jährig in Bödefeld durch den am 2. Mai 1890 zum neuen Weihbischof von Paderborn berufenen Augustinus Gockel (1890-1912) gefirmt. Wegen des Kulturkampfes sind die Bischöfe mit den Terminen zurückgeblieben. Selbst der Paderborner Bischof Konrad Martin (1856-1879) war inhaftiert und starb in der Verbannung in Belgien.


Am 24. Februar 1891 erhält Therese ihr Zeugnis:
"Therese Albers aus Dornheim war während ihres dreijährigen Aufenthaltes eine sehr fleißige und strebsame Schülerin des hiesigen Instituts. Ihr Betragen gab nie zu einem Tadel Anlass, und sie berechtigt zu den besten Hoffnungen, dass sie eine gewissenhafte Lehrerin werden wird." (Dingelstädt/Eichsfeld, den 24. Februar 1891. Elisabeth Wedekind).


Von 1867 - 1895 bestehen 166 Lehrerinnen, die im St. Josephs-Institut vorgebildet wurden, in Erfurt und Halberstadt ihr Examen. Therese Albers legt ihr Examen bei der Schulbehörde in Halberstadt ab. Und das in einer Zeit, in der Frauen gerade auch im kirchlichen Raum zu schweigen hatten. Erst ab 1900 ändert sich diese Einstellung