Nachgedacht

Theresia Albers fasziniert mich. Obwohl schon mehr als ein halbes Jahrhundert tot, spiegelt ihr Leben nach wie vor Vertrauen, Lebensbejahung und Beziehungsfähigkeit. Deshalb bin ich auf ihrer Spur. Zunächst mit den beiden Publikationen ihrer Mitschwester Daniela Krein "Theresia Albers - Eine Bauerntochter aus dem Sauerland" (1953) und "Ihr Leben war Liebe - Leben und Wirken der Schwester Theresia Albers" (1964). Kapitel für Kapitel erschließt sich das Leben einer engagierten Christin, von der ihr geistlicher Begleiter P. Eleutherius Ermert O.F.M. sagt: "Ich habe nie an ihrer Heiligkeit gezweifelt, und eine Biographie von ihr wird ganz von selbst das Lebensbild einer Heiligen werden."

Der damalige Paderborner Erzbischof und spätere Kardinal Lorenz Jäger schildert die Caritas der Lehrerin und Ordensgründerin als dienende Liebe, als gelebte Darstellung dessen, was Paulus von den Eigenschaften wahrer Liebe schreibt. Er bekennt: "Unauslöschlich hat sich mir das Bild dieser feinen, gütigen, ganz in Gott ruhenden Frau eingeprägt bei den verschiedenen Begegnungen mit ihr."
Der geistliche Begleiter meiner Ausbildungszeit und frühere Pfarrvikar von Bredenscheid (1954-1963) Josef Bentfeld fragt: "Ist das alles, was von diesem Leben…übrig geblieben ist? Sind es nur noch Worte, die nach und nach verhallen, Erinnerung, die allmählich verblassen wird und die den Späteren nichts mehr bedeutet?"

Im Leitbild der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Theresia-Albers-Stiftung sagt der Geschäftsführer Meinolf Roth von Therese Albers: "Ihr Einsatz und ihre Liebe zu den Menschen sind uns Vorbild." So spielt Mutter Theresia bei der Präzisierung der Leitlinien als katholischer Träger mehrerer Häuser für behinderte und ältere Menschen, bei der Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer christlichen Religiosität und der professionellen religiösen Begleitung der Anvertrauten weiter ihre unverwechselbare Rolle.
Darüber hinaus bleibe ich weiter auf ihrer Spur, damit, wie Josef Bentfeld sagt, "die Botschaft, die Gott selbst durch das Leben der Theresia Albers den Menschen sagen wollte, nicht untergeht."
Mutter Theresia ist Porträt einer engagierten Christin und bleibt beispielhaftes Vorbild, um Gottes Liebe in unserer Welt sichtbar zu machen.

Martin Patzek