Mutter Theresias Pädagogik

Ein Alkoholiker aus Berlin, der jahrelang im Backhaus beherbergt wird, fällt eines Tages einem Unfall zum Opfer. Mutter Theresia sorgt auch für die Beerdigung dieses evangelischen Christen. Sie fragt jene, die sie um Hilfe bitten, niemals nach dem Glaubensbekenntnis. Sie tut Gutes allen, ganz gleich, welcher Weltanschauung sie sind. Besonders kümmert sie sich um die schwach begabten Mädchen und erteilt ihnen selber Religions- und Erstkommunionunterricht. Meistes sind es Kinder, die draußen nur widerwillig geduldet, ungerecht behandelt, ja oftmals gequält und missbraucht werden: körperlich und geistig hilflos, sind sie eine Last für sich und andere. "Unsere Kinder brauchen nur Liebe" sagt Mutter Theresia und - lebt es. Mutter Theresia hängt nicht am Geld, ihr gilt es nur so viel, als sie Not damit lindern kann, ebenso unbeschwert nimmt sie es auch an. Ob auf Bettelfahrten ins Sauerland, z.B. auf Beerensuche, ob als mit gefüllten Eimern oder einem geschenkten Tischchen unterwegs, Mutter Theresia kann sich gut konzentrieren - etwa beim Schreiben von Briefen unterwegs. Auf ihren Reisen nimmt Mutter Theresia alles, was ihr begegnet, Freudvolles und Leidvolles, als Fügung an. Sie übt aber auch immer und überall eine bezwingende Macht auf andere aus. Die Kranken sind Mutter Theresias Lieblinge. Niemand, auch nicht eine Postulantin oder Novizin, wird je wegen Krankheit von ihr entlassen, mögen sie auch noch so arm nach Bredenscheid gekommen sein. Als sie augenscheinlich von einem bettelnden Mädchen betrogen wird, sagt sie: "Haben wir nicht zu helfen immer und überall? Wissen wir so bestimmt, dass wir betrogen werden? Kann nicht liebevolle Hilfe in einem solchen Menschenkinde etwas grundlegend verändern?"