Erzieherin und Lehrerin

Zunächst geht Therese Albers als Erzieherin und Privatlehrerin auf den Gutshof  Meier – Bühlmeier  bei  Nord-Rheda. Der Pfarrverweser von Oschersleben (1893,  Pfarrer 1894-1895) (Kommissariat Magdeburg) und spätere Direktor des Leo-Konvikts in Paderborn, Domdechant und Weihbischof (1912 - 1925) Dr. Heinrich Haehling von Lanzenauer vermittelt Therese Albers 1894 als Erzieherin und Lehrerin mit Erteilung der kirchlichen Unterrichtserlaubnis ‚missio canonica’ durch das Bischöfliche Kommissariat Magdeburg ins Waisenhaus von Oschersleben. An der dortigen Volksschule wird sie Lehrerin ab 05. April 1897. Hier weckt sie die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung. Die Kirche in Nieder-Oschersleben ist durch ihre Initiative erbaut geworden.

Am 30. Oktober 1900 erhält sie ihre Versetzung nach Dortmund, wo sie zuerst an der Liborischule, dann an der Franziskusschule und die längste Zeit in der Dreifaltigkeitsgemeinde wirkt.

Sie ist Lehrerin an der Dreifaltigkeitsschule (14 Klassen katholische und 4 Klassen evangelische Schüler(innen)) und absolviert im Mai 1909 den Dortmunder Kurs für Heilpädagogik und Schulhygiene. Vom 01. April 1913 bis 31. März 1923 ist sie Lehrerin an der Vinzenzschule (in der Dreifaltigkeitsschule), einer katholische ‚Hilfsschule’ mit 5 Klassen. Unter ihren Schülerinnen und Schülern sind viele schlecht ernährte und kränkliche Arbeiterkinder. So beginnt sie schon ab 1894 mit Ferienaktionen zur Erholung von Kindern auf dem elterlichen Hof. Immer wieder bringt sie 20 -3 0 erholungsbedürftige Kinder, dazu kranke und schwächliche Erwachsene nach Dornheim und Umgebung mit, besonders vor, im und nach dem ersten Weltkrieg. So wird der christliche Bauernhof Asyl für ausgehungerte und gehetzte Menschen, vor allem für arme Kinder. Sie selbst führt ein bescheidenes eigenes Leben bei ihren Tanten in Dortmund und sorgt weit über die Schule hinaus in die Familien hinein. Gerade in der Situation des Weltkrieges gründet sie neue Kinderhorte in Dortmund.

Sie kümmert sich um Rente und Wohlfahrtsunterstützung von Rentnern und Älteren ihrer Umgebung.

Zeitgeschichte: Erster Weltkrieg (1914 - 1918)

Krieg im Industriezeitalter hat nicht nur ein unvorstellbares Maß an Zerstörung. Er reißt Familien auseinander und führt zu Armut, Hunger und Not. Für die Welt wird es zur moralischen Pflicht, alles zu tun, Krieg nicht nur fallweise zu verhindern, sondern strukturell unmöglich zu machen. In der zweiten Hälfte des Weltkrieges stellte sich besonders in den Industriegebieten der Hunger ein. Bischof  Karl Josef Schulte (1910 - 1920 Paderborn, dann Kardinal in Köln) organisierte eine Kinderlandverschickung, durch die allein im Kriegsjahr 1917 mehr als 10.000 Kinder aus Arbeiterfamilien des Ruhrgebietes länger in katholischen Bauernfamilien im Sauerland, in der Senne und im Warburger Land untergebracht werden konnten.