Die Gründung in Bredenscheid III

Große Geldsorgen bedrängen die kleine Gemeinschaft um Mutter Theresia Albers:
    27.000 Mark bekommen die Erben des Hegenbergschen Hofes als Ausgleich.
    30.000 Mark gehen an die "Seraphische Caritas" als Abgeltungssumme.
    Postulat und Noviziat verursachen Kosten.
    Kränkliche Schwestern brauchen ärztliche Hilfe, Pflege und Kur…

 

 

 

 

 

Auf der Reise, 13. 07. 1927
Liebe Schwester Remigia, der letzte Termin hat uns sehr enttäuscht. Wir werden den Antoniushof wieder abgeben müssen. Natürlich muß Hegenberg bezahlen. Wir haben uns mit dem Gedanken ziemlich abgefunden und uns ganz in Gottes Vaterhand gegeben. Auch in den schwersten Tagen wird uns seine Rechte leiten. Das Vertrauen wankt nicht. Bete Du, gutes Kind, auch für uns alle.

 

Die Gründung in Bredenscheid
1927 sind 23 Schwestern und 9 Kandidatinnen tätig. 5 werden in Laufe des Jahres eingekleidet. Seit Pfingsten wohnt der geistliche Religionslehrer Körner im Antoniusheim und feiert mit den Schwestern täglich Heilige Messe.
Von 14 schwach begabten Mädchen werden 13 in Schwesternhäusern und Familien untergebracht. 13 werden neu aufgenommen, erzogen und zu praktischen Arbeiten angeleitet. Herr Landrat  Schulte-Himmelpforten aus Münster visitiert das Antoniusheim und berichtigt von der Absicht des Landeshauptmanns, schwachsinnige Mädchen, die von ihren Eltern abgegeben werden oder Waisen sind, auf Dauer unterbringen zu wollen. 3 Mädchen werden auf Kosten des Landeshauptmanns mit einem Pflegesatz von 2 Mark je Tag aufgenommen.

Die Biographin, ihre Mitschwester Daniela Krein berichtet von "wunderbaren Geschichten", die unter den Schwestern erzählt und bestätigt werden:
Schwestern, die im Mutterhaus in Exerzitien sind, fehlt es an Geld für die Rückfahrt in die Filialen. Im Briefkasten findet sich ein Umschlag mit der fehlenden Summe zur beliebigen Verwendung.
Als eine größere Summe in Hattingen dringend fällig wird, ist Geld für Mutter Theresia im Pfarrhaus in Hattingen abgegeben worden.
Spätberufene Priesteramtskandidaten aus Belecke nimmt sie fast an Kindes Statt im Antoniusheim auf. Sie werden zur Kur geschickt und erreichen ihr Studienziel.
"Fangt mir nur an zu rechnen, dann sollt ihr mal sehen, wie euch der Segen aus dem Haus geht."  (Mutter Theresia)

Nach dem Plan des Redemptoristen Bruder Gerhard bekommt das Antoniusheim einen Erweiterungsbau. Wieder ruft Mutter Theresia zu Sach- und Geldspenden auf. Nicht nur die Menschen ihrer Heimat im Sauerland, auch viele andere folgen diesem Aufruf. Gegen alle Schwierigkeiten wird der Erweiterungsbau am 01. August 1930 eingeweiht. „Einweihung feiern wir nicht. Es würde für die ‚Roten’ ein gewünschtes Futter sein, uns beschuldigen zu können, dass wir betteln und dann mit dem Gelde Feste feiern.“ (Mutter Theresia)

Jetzt ist Platz für etwa vierzig minderbegabte Mädchen. Zahlreiche Kreis- und Wohlfahrtsämter vermitteln Mädchen.
Um 1930 zählt die Vereinigung fast vierzig Schwestern. Schwester M. Antonia, später Mutter Antonia genannt, wird erste Novizenmeistern. Auf Wunsch des Paderborner Erzbischofs Caspar Klein (Bischof ab 1920, dann Erzbischof ab1930 - 1941) wird sie im Noviziat der Salzkottener Franziskanerinnen vorbereitet. Am 29. Oktober 1931 beginnt das erste Noviziat.

 

Bredenscheid, 05. 11. 1931

Möge der gute Himmelsvater auch Euch segnen und Euch alles geben, was Euch hier und dereinst glücklich machen kann, besonders wollen wir ihn bitten, dass er uns allen eine Fülle von Berufsgnaden schenken möge. Daß es Euch gesundheitlich noch gut geht, freut uns. Auch wir sind soweit gesund. Am Mittwoch vor 8 Tagen hat das Noviziat begonnen. Es nehmen teil am I. Kursus: Schwester Angela, Anselma, Hedwig, Brigitta, Theofrieda, Leokadia, Bernardi, Gabriele und Mathilde.


Paderborn wird Erzbistum „Unter Abtretung der Kommissariate Eichsfeld und Erfurt an Fulda erhob Pius XI. 1930 Paderborn zum Erzbistum der Mitteldeutschen Kirchenprovinz mit den Suffraganen (=Diözesanbischöfe, dem Metropoliten unterstellt) Fulda und Hildesheim.“ (LThK)

 

 

 


Bredenscheid wird Pfarrvikarie. Innerhalb der Pfarrei Hattingen wurde am 19. August 1931 erstmals ein Pfarrvikar mit Sitz in Bredenscheid ernannt und am 26. Oktober 1936 dort durch den Erzbischof von Paderborn eine Filialkirchengemeinde ohne eigene Vermögensverwaltung errichtet.  Leitende Geistliche (Pfarrvikare) waren:

        Bernhard Kruse 1931 - 1936
        Franz Klein 1936 - 1937
        Adolf Vassmer 1937 - 1944
        Heinrich Schröder 1944 - 1947
        Hubert Lenz 1948 – 1954
        Josef Bentfeld 1954-1963…

 

 

Immer mehr "Caritasschwestern vom Göttlichen Kinderfreund" werden von der ausstrahlenden Persönlichkeit der Gründerin angezogen. In vielen Niederlassungen in verschiedenen Bistümern arbeiteten die Schwestern in der Gemeindeseelsorge, in der ambulanten Krankenpflege, in Nähschulen, im  Kindergarten sowie in der Altenbetreuung.

 

 

 

 

 

 

 

Von Mutter Theresia gegründete Niederlassungen und Filialen:

  • Neheim / Sauerland (Gemeindepflege) 1921-1926
  • Nordherringen/Hamm (Gemeindepflege) 1921-?
  • Castrop (in der Familienpflege) 1922-?
  • Geithe / Hamm (Seelsorge) 1924-27
  • Castrop (Altenheim) (Vertrag mit der Stadt) 1925-1961
  • Opherdicke / Hamm 1925-1928
  • Wiescherhöfen (Hamm) Kath. Pfarrgemeinde 1925-1969
  • Castrop / Schwerin (Kirchengemeinde St. Franziskus) 1925-1949
  • Hirschberg / Warstein (Stadtgemeinde St. Christopherus) 1926-1982
  • Bochum-Gerthe (Seelsorge) 1927 –?
  • Belecke / Warstein (Propstei St. Pankratius) 19927 – 1988
  • Von Mutter Theresia gegründete Niederlassungen und Filialen
  • Herbede (Witten) St. Josefshaus 1929 –?
  • Kallenhardt / bei Warstein (Kirchengemeinde St. Clemens 1929-1989
  • Thale / Harz (Kath. Pfarrgemeinde Herz Jesu) 1929-1953
  • Allagen / Möhne (politische Gemeinde) 1929-1961
  • Rünthe / Bergkamen (Kath. Pfarrgemeinde Herz Jesu) 1930-1993
  • Castrop (Kolpinghaus) 1932-?
  • Hattingen / Altenheim St. Josef 1933 – heute
  • Röderhof / Oschersleben (politische Gemeinde) 1934-1984
  • Huysburg / Halberstadt (Pfarrgemeinde) 1934?
  • Berge / Anröchte-Lippstadt (Kath. Pfarrgemeinde St. Michael) 1936-1957
  • Kirchrarbach / Schmallenberg (Kath. Pfarrgemeinde St. Lambertus 1937-1963
  • Von Mutter Theresia gegründete Niederlassungen und Filialen
  • Suttrop / Warstein (Vertrag mit dem Caritasverein) 1938-?
  • Reiste/Meschede (Vertrag mit dem Caritasverein) 1938-1976
  • Berghausen / Schmallenberg (Vertrag mit dem Caritasverein) 1938-1954
  • Dorlar / Schmallenberg (Vertrag mit dem Caritasverein) 1939-1959
  • Eversberg/Meschede (Kath. Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist)1939-1983
  • Mastholte / Rietberg (Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus) 1941-1982
  • Affeln / über Neuenrade (Kath. Kirchengemeinde St. Lambertus) 1942-1967


Katholische Privatschule von Mutter Theresia gegründet:
Bredenscheid/Hattingen 1926-1939
Holthausen/Hattingen (Hof Bille) 1927-1931