Die Gründung in Bredenscheid

Die Mühle in Bredenscheid

Hattinger Volkszeitung 14.09.24

Die Schwestern

Einweihung 14.09.24

Pater Rupertus Müller OFM

Erziehungsgrundsätze

Erziehungsgrundsätze

Notruf

Pfarrer Wilhelm Aufenanger

Am 14. September 1923, dem Fest Kreuzerhöhung wird der Grundstein zum Antoniushof (später Antoniusheim) gelegt. Der Ruhrsiedlungsverband bewilligt eine Beihilfe von 80% zu den Baukosten. Das geschieht in einer Inflationszeit und der Besetzung des Ruhrgebietes durch die Franzosen! Als im Oktober 1923 der Ruhrsiedlungsverband seine Hilfe einstellt, mussten Material und Arbeitslöhne durch Kollekten beschafft werden. Sachspenden, besonders Holz und Geldspenden kommen vornehmlich aus dem Sauerland, besonders aus Dornheim, Kirchrarbach und Umgebung.Die Schwestern schlafen jetzt in der aufgestockten Mühle. Ein klösterliches Leben nach fester Regel und äußerer Ordnung war zwar noch nicht möglich, aber ein echtes Gemeinschafts- und Gebetsleben gab es in Bredenscheid von Anfang an. Am 18. Juni 1924 bittet Theresia Albers in Paderborn um die Genehmigung, eine Kapelle mit Aufbewahrung des Allerheiligsten einrichten zu dürfen.

Auf der Reise 29.07.1924

Daß du, liebe Kath. Dich freust auf deinen Beruf, kann  ich gut verstehen. Mit dem lieben Heiland unter einem Dach wohnen, für seine armen, schwach begabten Kinder mitarbeiten, ihre Seelen dem göttl. Erlöser näher bringen helfen - das alles ist etwas so schönes, dass wir dem lieben Gott nicht genug danken können.
Nun bist du gewiss zur Einweihung doch hier. Denk, es geht uns mit den Dielen, wie Euch mit den Mühlensteinen. Wir warten heute noch darauf.

 

Am 14. September 1924, wiederum am Fest Kreuzerhöhung ist die Einweihung des Antoniusheimes mit der Kapelle. Pater Rupertus Müller OFM ist der erste Geistliche Begleiter der Schwesterngemeinschaft. Seit über zwanzig Jahren ist er der Geistliche Begleiter von  Schwester Theresia Albers.

16 minderbegabte Mädchen ziehen  in das Antoniusheim! 1925 gründen die Caritasschwestern der Seraphischen Caritas mit Theresia Albers den "Verein als katholische Körperschaft und Hilfseinrichtung vorbeugender Fürsorge für arme, schwach begabte Mädchen".

Am 12. März 1926 erfolgt die Bischöfliche Anerkennung und damit kirchliche Genehmigung für die ersten 16 Schwestern durch den Bischof von Paderborn Dr. Caspar Klein als "religiöse Vereinigung" mit dem Namen "Caritasschwestern vom göttlichen Kinderfreund."

Der Dortmunder Pfarrer und späterer Domherr und Propst an der Propsteikirche Wilhelm Aufenanger (1876-1960) wird der bischöfliche Klosterkommissar.

Am 26. Mai 1926 gründen 18 Schwestern einen Verein unter dem Namen "Caritasschwestern vom göttlichen Kinderfreund" (Vereinsregister Nr. 70 beim Amtsgericht Hattingen). Neuer Geistlicher Begleiter und Hausrektor als Nachfolger von Pater Rupertus Müller OFM, der nach Wiedenbrück zurückkehrt, wird der Geistliche Studienrat Steinau vom Realgymnasium Hattingen. Auch die Bochumer Redemptoristen halten in Bredenscheid Exerzitien und Vorträge, spenden das Sakrament der Versöhnung und vermitteln junge Frauen für die neue Schwesterngemeinschaft.  Das Antoniusheim wird auch immer mehr Zufluchtsort für die in die Bredenscheider Diaspora ziehenden Katholiken.
„Die Bredenscheider Schwestern sind meine Schwestern“ sagt der Paderborner Bischof Dr. Caspar Klein (1920, dann ab 1930 -1941 Erzbischof).

 

Auf der Reise 27.02.1925
Gerade das gemeinsame Leben gibt uns so mancherlei Anlaß, durch das Gebot der Liebe in ganz besonderer Weise zu zeigen, dass wir Kinder dessen sind, der gesagt hat: „Daran sollen alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander lieb habt“. Kleine Gefälligkeiten, die ihr euch gegenseitig erweist, kleine Missverständnisse - oder auch große, in Geduld und Stillschweigen hinnehmen und dem Heiland im Tabernakel aufopfern, der sich alles von den Menschen gefallen lässt, der still und stimm zugegen bleibt - um uns Gutes zu erweisen, sich selbst uns mitzuteilen: Er freut sich über jedes freundliche, aufmunternde Wort, über die kleinen Liebesdienste, die wir uns gegenseitig erweisen. Dieses alles sollen ihm Beweise sein, dass wir in seinem Dienst stehen. „Caritas“ heißt Liebe. Wollen wir uns CARITAS - Schwestern nennen, darf keine es an der rechten Liebe fehlen lassen.

 

Das Zimmer, in dem Mutter Theresia ihre schriftlichen Arbeiten verrichtet, dient zugleich als Pfortenzimmer, sowie als Esszimmer der Schwestern. Mutter Theresia ist darin nie allein. Auch ein eigenes Schlafzimmer hat sie nicht, es besteht auch keine Möglichkeit dazu. In dieses kleine Pfortenzimmer werden alle Nöte getragen, die großen und die kleinen, und auch die Kinder kommen mit jedem ihrer Anliegen zu Mutter Theresia. Um alles kümmert sie sich persönlich, mit Rat und Trost. Im Antoniusheim fanden alle eine wirkliche Heimat und in Theresia Albers eine wahre Mutter mit offenen Ohren und Händen. Kommunist, Nationalsozialist, Sozialdemokrat oder Zentrumsmann - so sitzen Hungernde nebeneinander in der Pforte des Antoniusheims in der schrecklichen Zeit der Arbeitslosigkeit um 1930. Mutter Theresia und die Schwestern gehen auf Kollektenreisen ins Sauerland und ins Münsterland….

"Wenn uns etwas fehlt, dann haben wir noch nicht genug abgegeben." (Mutter Theresia)

"Weißt du nicht mehr ein noch aus, dann geh nur ins Antoniushaus." So heißt es in der Umgebung von Bredenscheid.