Die Gründung in Bredenscheid

Die Lehrerin und Caritasschwester Theresia Albers will mit Unterstützung von Pater Rupertus Müller OFM und dem Vorstand des „Seraphischen Caritas e.V.“ für ihre hilfsschulentlassenen Mädchen ein eigenes Heim begründen. Eine wirksame Fürsorge für diese Zielgruppe fordert eine bleibende Einrichtung. Caritasschwestern, die sich weiter der Familienpflege widmen wollen, schließen sich den „Franziskusschwestern der Familienpflege“ in der Sedanstraße 32 in Essen an. Dort entsteht 1921/22 das Mutterhaus der „Franziskusschwestern der Familienpflege (Dienerinnen der seraphischen Liebe)“ – ab 1946 „Frauenkongregation bischöflichen Rechts“. Aufgrund eines Kapitelbeschlusses der sächsischen Franziskanerprovinz werden die unabhängig voneinander entstandenen Niederlassungen der Familienpflege Dortmund, Essen, Mülheim/Ruhr, Bottrop, Lippstadt, Hamm, Bochum, Witten, Recklinghausen, Herne aufgefordert, sich in Essen unter einer Leitung zusammen zu schließen. Das Heim in Essen gilt nun für alle als Mutterhaus.
Mit zwei Caritasschwestern begründet Pfarrer Mayer aus Unna-Königsborn 1922 das Herz-Jesu-Institut für Familienpflege und Seelsorgehilfe, heute „Serviam“, Schwestern von Germete. Sechs Schwestern gehen mit Theresia Albers 1922 nach Bredenscheid (Kreis Hattingen).


1919 fällt der 47jährigen Lehrerin Theresia Albers im landwirtschaftlichen Anzeiger „Feld und Wald“ ein Angebot über einen Hof in Bredenscheid bei Hattingen in die Hände. Damit rückt die Verwirklichung ihres Planes näher, ein Heim für hilfsschulentlassene Mädchen zu begründen. Später (1925) wird es heißen: „Verein als katholische Körperschaft und Hilfseinrichtung vorbeugender Fürsorge für arme, schwach begabte Mädchen.“
Diesen Plan unterstützen Pfarrer Theodor Steinbach (1911-1930) von St. Peter und Paul, Hattingen,


der Stadtbaumeisters Stockmann aus Dortmund und der katholische Oberpostsekretär August Kampmann – Vater des am 11.08.1899 geborenen späteren Religionspädagogen Theoderich Kampmann (1945 in Paderborn, ab 1956 in München), sowie frau Therese Goldkuhle aus Essen. So kommt am 02. November 1920 ein Kaufvertrag mit dem „Seraphischen Caritas e.V.“ und der Familie Hegenberg über 70 Morgen Land mit lebendem und totem Inventar (Äcker – Wiesen – Wald) für 280.000 Papiermark zustande. Der Hof besteht aus einem abgebrannten Bauernhaus, einer geräumigen Scheune, einem kleinen Backhäuschen (‚Backes') und einer kleinen Mühle. Die Verkaufsverhandlungen und Prozesse mit Besitzer und Erben ziehen sich lange hin. Pater Rupertus vermittelt vier junge Männer, die den Hof zu bewirtschaften versuchen. Sie ziehen in die alte zerfallene Mühle.
Leider unterstützen die übrigen Vorstandsmitglieder des "Seraphischen Caritas e.V.“ den Plan Theresia Albers, ein Heim für hilfsschulentlassene Mädchen zu errichten, nur eingeschränkt. Dazu kommen immer mehr Missverständnisse zwischen Pater Rupertus Müller OFM, Frau Goldkuhle und Schwester Theresia Albers.

Leider unterstützen die übrigen Vorstandsmitglieder des "Seraphischen Caritas e.V.“ den Plan Theresia Albers, ein Heim für hilfsschulentlassene Mädchen zu errichten, nur eingeschränkt. Dazu kommen immer mehr Missverständnisse zwischen Pater Rupertus Müller OFM, Frau Goldkuhle und Schwester Theresia Albers.
Sie hat sich zunächst für ein Jahr als Lehrerin an der Dortmunder Vinzenzschule beurlauben lassen. Am 28. Dezember 1922 stellt sie den Antrag auf Versetzung in den Ruhestand, der zum 01. April 1923 genehmigt wird. Ihre polizeiliche Abmeldung von Dortmund, Kaiserstraße 120 nach Bredenscheid (Kreis Hattingen) stammt vom 19. August 1924.
Ihr Ruhegehalt beträgt 3645,- Reichsmark zuzüglich 309,- RM Sonderzuschlag jährlich.

Statt der von Pater Rupertus Müller OFM vermittelten Männer kommt Anna Möllers (später Schwester Anastasia) von einem Bauernhof in Dülmen.
Sie hatte mit Theresia Albers ein Kloster gründen wollen. Die ersten Schwestern schlafen im Backhäuschen.

1922 ist Theresia Albers bereits 50 Jahre alt! Peter Brinkrolf wird Verwalter und zieht später mit seiner Familie in das Mühlenhäuschen ein. Familie Brinkrolf hatte zwei Söhne und zwei Töchter. Die beiden Söhne starben als Kommunionkinder 1943 an Diphterie.